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Der richtige Bug vor dem Wind

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Der richtige Bug auf vorwind-kursen, oder wann sollte man halsen ?
 
Das Original dieses Artikels findest Du unter http://www.onemetre.net/Race/Gybe/Gybe.htm

Gybe1Ich war neugierig warum meine Ikon vor dem Wind meist langsamer war als die anderen Boote. ich scheine einen Großteil der Zeit auf dem „falschen“ Bug zu sein. Meine Ikon ist im Vergleich zu anderen Booten deutlich langsamer, wenn Sie auf dem falschen Bug läuft. Aber, was macht den "richtigen" Bug aus ? Und warum ist das Gross nach dem runden einer Boje mal auf der richtigen Seite und mal nicht?

 Gybe2Es gibt zwei Fragen. Die erste ist die einfache Frage, ob das Großsegel nicht die Fock abdeckt. Der Wind kommt so gut wie nie direkt über das Heck. Stattdessen ist er auf dem einen Achtern-viertel oder dem anderen, und das Diagramm zeigt das Problem, wenn das Gross auf der gleichen Seite ist wie das Wind-viertel. Das Focksegel ist deutlich abgedeckt und kann nicht richtig arbeiten. Nach der Halse deckt das Gross die Fock nicht mehr ab, Viel besser, wie das zweite Diagramm zeigt…

 

Gybe3Das nächste Problem, welches das zweite Diagramm jetzt zeigt, ist dass wir vielleicht über den Anstellwinkel der Fock nachdenken sollten, um sie dazu zu bringen maximalen Vortrieb zu entwickeln. Stellen wir das Gross quer zum Wind, Hat die Fock einen ziemlich flachen Winkel zum Wind, und würde nicht annähernd quer im Wind stehen. (Wir sprechen über die IOM-Klasse, ein Fockwender oder Fock-Servo ist nicht erlaubt, und beide Segel werden durch eine Leine gesteuert. Wenn wir jetzt dicht holen wird der Winkel der Fock zum Wind sehr klein.) Aber vielleicht ist das so in Ordnung. Denn mit diesem flachen Winkel bekommt die Fock in der Tat so etwas wie einen Anstellwinkel, diesmal mit dem Achterliek als „Vorderkante“ und entwickelt echten Vortrieb. Das Focksegel wird verkehrt angeströmt und es gibt Hinweise darauf, dass es auf diese Weise mehr Vortrieb entwickelt als wenn es herkömmlich quer im Wind steht. Das dritte Diagramm zeigt diese Idee.

Der Fockbaum soll in einem Eintrittswinkel von etwa 20 Grad zum Wind stehen. Dies stellt das Achterliek der Fock im richtigen Winkel in den Wind. Der Winkel vom Gross ist nicht so wichtig; irgendwo zwischen 65 und 90 Grad sind in Ordnung.

Wenn das Boot im Winkel zwar gut läuft aber keine oder nicht genug Höhe macht, so ist das verstellen der Schotbefestigung auf dem Fockbaum eine Möglichkeit zur Abhilfe. Wenn Du den Schotradius der Fock ein wenig erhöhst, sollte das die Fock besser für das Segeln von Lee positionieren.

Die letzte Frage ist, wann wird sich das Boot ohne Schwierigkeiten auf die "richtige" Halse setzen, und wann musst Du etwas dafür tun? Die kurze Antwort ist, dass, so wie Du von einem Schenkel der Bahn zum andere segelst, kannst Du Dich in der Regel auf die richtige Halse setzen, so lange alles, was Du tun musst, ist die Schoten zu fieren, wenn Du Deinen neuen Kurs steuerst. Das Gross wird richtig auf die neue Windrichtung reagieren, und der Grossbaum wird drehen. Aber wenn das Gross die Seite wechselt, oder Du um die Marke wenden musst, wirst Du mit einem Wackler das Gross shiften müssen, also eine Halse ausführen, die Fock wird dann von selbst ausschwingen.

Deine Bug-Wahl hängt natürlich auch davon ab, ob der Backbordbug nicht eventuell doch aus taktischen Gründen der „bessere“ ist, weil andere Boote in der Nähe sind. Aber Dein wissen, wie Du die Bootsgeschwindigkeit erhöhst, macht aus Dir ein taktisches Genie. In den meisten Fällen wählst Du den richtigen Bug und hast maximale Geschwindigkeit, anstatt stur mit Backbordbug zu fahren und zu beobachten wie Dich alle überholen.


William Adamsen wurde per E-Mail von mir um eine Analyse des Halse-Verhaltens der Regatta-Segler gebeten. Wie oft halsen die GrossSegler vor dem Wind?

Taktisch gesehen, welche Halse (Bug) sollten Sie nach dem Runden der Luvtonne setzen ?

Die richtige Halse zu Setzen ist eine der schwierigsten Entscheidungen für neue und auch erfahrene Skipper. Jeder lernt schnell die bevorzugte Luv Seite und lernt Dreher zu nutzen, das "Klettern" einer Windleiter usw. Viele Skipper wenden aber offenbar nicht die gleichen Techniken vor dem Wind an. Ich habe viele Jollen-Rennen Beobachtet, nach einer Backbordbug Luvtonnen-Rundung bleiben praktisch alle Skipper auf dem Backbordbug. Warum ist das so ?

Nun, es gibt natürlich eine ganze Reihe von Faktoren wie Taktik, Windrichtung, Wellenschlag, freien Wind, strategische Positionierung, Einfachheit, Gewohnheit, Flotten Staus, Boots-Leistung, Strömung... Gibt es einen statistischen Faktor, der den einen oder den anderen Bug nach dem Runden der Tonne begünstigt? Genauer gesagt, wie oft "sollte" ein Boot Halsen ?

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Windrichtung. Der Wind allein in Abwesenheit von anderen Schiffen sollte eine völlig gleich verteilte statistische Präferenz für beide Bugseiten ergeben. Das heißt, wenn der Bug nur auf Basis Windrichtung gewählt werden würde, müsste das in ca 50% der Rundungen eine Halse ergeben.

Wie sieht es mit der Suche nach freiem Wind aus? Man könnte argumentieren, dass eine gleichmäßige Verteilung der Boote auf dem Ansatz zur Luvtonne (Backbord und Steuerbord) würde vor dem Wind die gleiche Verteilung ergeben. Allerdings könnte man auch argumentieren, dass es eine Tendenz zum Backbordbug durch Regel 18,3 und vorsichtige Skipper gibt. Doch die meisten Skipper die einmal nach der Rundung auf Backbordbug sind, lassen dies auch so. Nehmen wir an, bei 30% wäre eine Halse sinnvoll.
 
Taktik und Strategie würden wieder eine gleichmäßige Verteilung ergeben. Vielleicht ist es schwierig, durch die anderen Boote als Steuerbordbug-Boot zu manövrieren. Dabei ist der Backbordbug zum Selbstschutz sicher besser wenn man auf andere Boote aufschließt oder eingeholt wird. Nun, sagen bei 50% aller Läufe wäre eine Halse in dieser Situation sinnvoll ?
 
Einfachheit und Gewohnheit sind die wichtigsten Faktoren. Skipper stellen sich auf die Rundung ein und ziehen selten eine Halse in Betracht, selbst wenn es die Bedingungen deutlich verlangen. Gewohnheit kann auch ein Faktor sein. Das Segeln des Standard-Dreiecks und der üblichen „Banane“ und das runden der Bojen im Uhrzeigersinn gewöhnen uns an den Backbordbug und viele bleiben einfach so. 0% ?
 
Ich trat vor einiger Zeit ein Rennen an mit einem jungen Matrosen als Vorschoter, der regelmäßig die letzten vier oder fünf Jahre Regatta-Segeln war. Er segelte in allen Klassen, aber mit einer begrenzten Gruppe von Skippern. Wir segelten los, lasen den Wind im ersten Lauf und es war klar, dass eine Halse bei der Luvtonne erforderlich war. Er hatte aber weder den Begriff gehört, noch das Manöver jemals durchgeführt. Glücklicherweise lernte er schnell, wir beendeten die Halse erfolgreich und es gelang uns, das Rennen und den Segeltag zu gewinnen. Die Frage die mich beschäftigte war: "Wie kommt es, dass jemand der als Crew-Mitglied mit verschiedenen Skippern gesegelt war und mindestens 200 Rennen mitgemacht hat, nie eine Halse gesetzt hat?" Ich halse auf vielleicht 30% + meiner Luvtonnen Rundungen, so dass ich in der gleichen Anzahl von Rennen (200), sicher mehr als 80 + Halsen gemacht habe, genug um das Konzept zu verstehen. Nach dem Rennen während einer ungezwungenen Plauderei auf der Club-Terrasse, erkundigte ich mich bei einem seiner ehemaligen Skipper, wie oft er halsen setzt und unter welchen Bedingungen. "Niemals", rief er, "weil es die Crew stört !"
 
Eine informelle Umfrage bei meinen Segel Freunden spiegelt die gleichen Gedanken wieder. Aber die besseren Segler scheinen in 20% bis 40% der Läufe zu halsen, abhängig von der Art des Bootes und den Faktoren die zuvor diskutiert wurden.

 

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